Hautflügler


 Beschreibung des Projekts:

Nicht nur viele Arten der größeren und auffälligen Wirbeltiere sind bei uns in ihrem Fortbestand bedroht. Auch für eine Vielzahl von Insektenarten wird das Überleben in einer sich wandelnden Umwelt immer schwieriger. Die Zahl der Hautflügler unter den Insekten, zu denen z.B. Bienen, Faltenwespen und Ameisen zählen, ging in den letzten Jahren besonders alarmierend zurück.

Die wichtigsten Ursachen dafür sind zum einen die chemische Belastung der Umwelt und zum anderen der Mangel an geeigneten Nistplätzen. Alte Zäune und Scheunen mit ihrem mürben Holz verschwinden und werden nicht ersetzt. Feld- und Gartenwege werden asphaltiert.

Auch unzählige Böschungen und Sandgruben werden für die Hautflügler unbrauchbar gemacht. Die meisten Hautflügler, die im Holz nisten, bohren ihre Bohrgänge nicht selbst, sondern beziehen bereits vorhandene Bohrgänge, etwa von Käfern.

Die Durlacher Naturfreunde haben daher rund um die Obermühle Nisthilfen für Hautflügler aufgestellt.


 Beschreibung der Art:

Mit ihren bis zu 40 mm langen Weibchen (Königinnen) ist die Hornisse die größte europäische Faltenwespe und das größte staatenbildende Insekt unserer Heimat.

Die Hauptmasse der Tiere innerhalb eines Volkes wird von den "Arbeiterinnen" gebildet; dabei handelt es sich um nicht begattungsfähige Weibchen. Sie sind deutlich kleiner als die Königin. Den ursprünglichen Lebensraum der Hornisssen bilden artenreiche Mischwälder und Parklandschaften mit alten Baumbeständen. Das "Klassenziel" der Hornissen ist die Erhaltung der Art.

Während die Hornissen ein Nest bauen, so beziehen andere Hautflügler wie etwa Bienen die unterschiedlichsten Nistplätze. Zahlreiche Arten benützen einfach bereits vorhandene Hohlräume aller Art für die Anlage der Brutzellen. Das können z.B. von anderen Insekten herrührende Fraßgänge in altem Holz, verlassene Nester anderer Bienen, Steinspalten, Löcher im Verputz von Hauswänden oder Schilfhalme von Reetdächern sein.

In diese Löcher werden dann die Eier gelegt, noch genügend Larvennahrung dazugegeben und anschließend mit einem lehmartigen Mischmaterial verschlossen. Die Larve kann sich nun entwickeln und dann schlüpfen.


 Maßnahmen:

Um den Hautflüglern bei der Schaffung von Brutplätzen zu helfen, haben die Naturfreunde Durlach in ihrem Areal rund um die Obermühle Holzbalken von etwa 30 - 50 cm Länge in den Boden gesteckt. In dieses Holz werden in unregelmäßigen Abständen Löcher verschiedener Durchmesser (so tief wie eine normale Handbohrmaschine bohrt; 3 - 10 mm) gebohrt.

Aber auch Lochziegelsteine werden gerne von den Insekten bewohnt, wenn sie an einem sonnigen Platz so aufgestellt werden, daß die Löcher waagrecht zu liegen kommen und nicht gegen die Wetterseite weisen.

Für alle Nisthilfen der Insekten gilt, daß sie einen sonnigen und windgeschützten Platz brauchen. Im Winter bleiben sie draußen stehen.

An der Obermühle hat sich der Erfolg bereits eingestellt: die Bruthilfen werden regelmäßig bewohnt.