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| Verhalten und Eigenschaften von Eisvögeln: Die Heimat des Eisvogels ist ganz Europa, von Jütland, Livland und Estland an nach Süden hin, sowie der westliche Teil Mittelasiens. Nordostafrika besucht er regelmäßig während des Winters, jedoch ohne dort selbst zu brüten. An diesem Zeitweiligen Auftreten im Süden wird deutlich, dass wahrscheinlich der größte Teil der nordichen Eisvögel wandert, vielleicht sogar regelmäßig zieht. In unseren Breiten sieht man diesen prachtvollen Vogel meist nur einzeln. Es ist stets bemüht, sich den Blicken der Menschen zu entziehen. Besonders in der Nähe bewohnter Ortschaften wählt er sich möglichst versteckte Plätzchen und Winkel als seine Ruhesitze aus. Jeder Eisvogel behauptet ein gewisses Gebiet und verteidigt dasselbe mit Hartnäckigkeit. Dieser Vogel kann mit Recht "Sitzflügler" genannt werden, da er oft halbe Tage lang regungslos auf einer Stelle sitzt, den Blick auf das Wasser gekehrt und ruhig auf eine Beute wartet. Beobachtet man ihn geduldig, so kann es passieren, dass er den Hals ausstreckt, sich nach vorne überbeugt, sodass der Schnabel fast senkrecht nach unten gerichtet ist, und plötzlich wie ein Pfeil ins Wasser stürzt, ohne dabei die Flügel zu gebrauchen. Er verschwindet vollkommen unter der Wasseroberfläche, arbeitet sich aber durch einige Flügelschläge wieder nach oben. Seine Nahrung besteht vorzugsweise aus kleinen Fischen, Krebsen und auch Kerbtieren, mit denen die Brut großgezogen wird. Der Eisvogel ist sehr gefräßig; so fallen ihm täglich 10 bis 12 fingergroße Fischchen zum Opfer. Bei seiner Jagd verlässt er sich ausschließlich auf sein Sehsinn. Im Winter muss er sich mit einigen offenen Stellen in der Eisdecke begnügen, um seine Nahrung zu fangen. Doch er ist somit der Gefahr ausgesetzt, in das Eisloch zu fallen und die Öffnung nicht wieder zu finden. Zuweilen versucht er einen großen Fisch hinabzuwürgen und erstickt dabei. Fichgräten, Schuppen und andere harte Teile seiner Nahrung speit er wieder aus. Während der Paarzeit, Ende März und Anfang April, zeigt sich der Eisvogel sehr erregt, und lässt seine Stimme ein, hohes, schneidendes, oft wiederholten "tit tit" oder "si si", welches man oft nur selten vernimmt ertönen. Nach der Paarung sucht er sich einen Platz für sein Nest aus. Es ist ein trockenes, schroffes, grasloses Ufer, an welchem keine Ratte oder irgendein anderes Raubtier hinaufklettern kann. In dieses Ufer hackt der Eisvogel 30 bis 60 cm vom oberen Rand entfernt ein rundes Loch. Am hinteren Ende erweitert sich dieses zu einer rundlichen, backofeähnlichen Höhle mit einer Höhe von 8 bis 10 cm und einer Breite von 10 bis 13 cm. Der Bau dauert zwei bis drei Wochen. Trifft er dabei auf Steine, so versucht er sie herauszuarbeiten. Gelingt dies nicht, lässt er sie stehen und arbeit um sie herum. Daher sind die Eingänge der Nester oft krumm. Sind jedoch zuviele Steine vorhanden, verlässt er die Stelle und hackt in der Nähe ein anderes Loch. Ein solches bewohnt der Eisvogel mehere Jahre, wenn er ungestört bleibt. Bei den Eisvögel gibt es zwei Jahresbruten, bei denen 6 bis 7 kugelförmige Eier gelegt werden. Das Brüten dauert meist 21 Tage, in denen sich die beiden Partner abwechseln. Auch das Füttern teilen sich die Eltern. Erst nach 25 Tagen sind die Jungen fähig das Nest zu verlassen und auszufliegen. |